Spritze gegen Panikattacken – Hilft das?

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Viele Menschen mit Angststörung fragen sich, ob es gegen eine plötzlich auftretende Panikattacke ein schnell wirkendes Mittel gibt. Da Injektionen in der Regel sehr rasch helfen, wünschen sich viele eine Spritze gegen Panikattacken. Diese würden nämlich die Symptome einer Angstattacke binnen kürzester Zeit lindern und eventuell sogar gänzlich beseitigen. Doch gibt es überhaupt eine Spritze gegen Panikattacken? Und, wenn ja – Hilft das?

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Gibt es Spritzen gegen Panikattacken als Hilfe?

Leidtragende wünschen sich oft ein schnelles und wirksames Mittel gegen Panikattacken, Angst und Depressionen. Da Medikamente besonders schnell wirken, wenn man sie direkt in die Blutbahn gibt, fragen sich viele Betroffene: Gibt es Spritzen bei Panikattacken als Hilfe?

Die intravenös injizierten Mittel helfen nämlich binnen kurzer Zeit. Sie haben im Gegensatz zu Psychopharmaka und Gesprächstherapien den Vorteil, im akuten Notfall die Panik schnell und effektiv zu lindern. Deswegen kann man in akuten Notfällen bzw. als Langzeittherapie von seinem Hausarzt tatsächlich Spritzen gegen Panikattacken verschrieben bekommen. Es handelt sich hierbei um die Imap-Spritzen, die den Wirkstoff Fluspirilen beinhalten.

Sie werden auch bei Psychosen und chronischer Schizophrenie eingesetzt.
Alle sieben Tage erfolgt eine Injektion mit dem Medikament in den Muskel des hinteren Hüftbereichs. Es darf ausschließlich in den Muskel und nicht unter die Haut oder in eine Gelenkhöhle gegeben werden.

Da der Wirkstoff Fluspirilen zur Gruppe der Neuroleptika gehört, helfen die Spritzen langfristig auch gegen Paniksymptome wie Wahn, Halluzination, Denk- und Gefühlsstörungen.

Hintergründe von Panikattacken

Die Hintergründe von Panikattacken sind vielfältig. Insbesondere bei Menschen, die an einer generalisierten Angst- oder Panikstörung leiden, treten immer wieder unvermittelte Panikanfälle auf. Diese dauern zwar häufig nur wenige Minuten an, sind allerdings äußerst schwer für Betroffene zu ertragen. Auch bei Menschen mit anderen psychischen Störungen wie zum Beispiel einer posttraumatischen Belastungsstörung oder Platzangst treten die quälenden Attacken vermehrt auf.

Häufig werden sie von automatisierten emotionalen und gedanklichen Fehlinterpretationen der Körperwahrnehmung ausgelöst. Da die Leidtragenden stets besorgt sind, eine Panikattacke in der Öffentlichkeit zu erleiden, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit darauf. Behandelt werden können die Attacken langfristig mit einer Psychotherapie, in schweren Fällen werden darüber hinaus Psychopharmaka eingesetzt.

Neben den Hintergründen sind auch die Symptome vielfältig. Die häufigsten davon sind: Herzrasen, Schweißausbrüche, Atemnot und ein Engegefühl in der Brust sowie Hyperventilation, Zittern, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen neben kreisenden Angstgedanken. Bei einer Panikattacke können sogar echte Todesängste auftauchen, die für Betroffene unerträglich sind.

Was macht die Imap Spritze im Körper?

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Was du in diesem Fall vermeiden und stattdessen TUN kannst:

Die Wirkung der Imap Spritze tritt relativ schnell ein. Was sie genau im Körper macht, ist allerdings nur sehr wenigen Menschen bekannt. Der in der Injektion enthaltene Wirkstoff Fluspirilen dämpft die Symptome von Angst- und Panikattacken deutlich.

Psychomotorische Erregungsstörungen, Angespanntheit sowie krankhaft gesteigerte Stimmungen werden stark reduziert und können sogar gänzlich beseitigt werden. Dies kommt durch die Hemmung des Botenstoffs Dopamin im Gehirn. Dadurch werden Patienten, die die Imap Spritze injiziert bekommen, ruhiger und ausgeglichener.

Bereits nach der ersten Injektion wirkt das Medikament stark antipsychotisch und dämpft schon in den ersten Behandlungstagen deutlich. Allerdings können starke Nebenwirkungen auftreten wie zum Beispiel Bewegungsstörungen. Diese erscheinen vermehrt bei Langzeitbehandlungen.

Deswegen sollte die Imap Spritze in jedem Fall nur bei Patienten eingesetzt werden, die Tabletten oder andere Mittel zum Einnehmen nicht vertragen.

Zudem können im Körper noch weitere Nebenwirkungen sowie Wechselwirkungen durch das Medikament auftreten, die man vor der Behandlung mit dem Hausarzt abklären sollte.

Verhaltenstherapien vom Profi helfen auf längere Sicht

Wer keine medikamentöse Behandlung wünscht, kann bei Panikattacken auch auf andere wirkungsvolle Optionen zurückgreifen. Hierfür bieten sich beispielsweise Verhaltenstherapien und Hypnose an. Es wurde bereits in zahlreichen Studien nachgewiesen, dass die kognitive Verhaltenstherapien in der Behandlung von Panikattacken gute Ergebnisse erzielen konnte.

Im Gespräch mit dem Therapeuten lernt der Betroffene den Zusammenhang zwischen Angstgedanken und Angstgefühlen kennen. Zudem lernt er, den Teufelskreis der Panikgefühle zu durchbrechen. Hierfür werden unter anderem zuverlässige Entspannungsverfahren eingesetzt.

Hypnose ist eine wirkungsvolle Alternative

Auch Hypnose kann schnell gegen Phobien, Ängsten und Panikattacken helfen. Es gibt mittlerweile unzählige Hypnotiseure sowie Hypnose-Praxen, die auch Notfall-Behandlungen anbieten. Wichtig ist hierbei, zwischen seriösen und unseriösen Angeboten zu differenzieren.

In erster Linie ist es wichtig, sich für die Hypnose einen Therapeuten zu suchen, der umfassend ausgebildet und über breite diagnostische und therapeutische Kompetenzen verfügt. Jemand, der Hypnose lediglich anwenden kann, ist für die Behandlung nicht geeignet.

Genau wie bei der Verhaltenstherapie können bei einigen Hypnose-Arten nicht nur die Symptome, sondern die Ursachen der Panikattacken bekämpft werden. Diese reichen nicht selten bis weit in die frühe Kindheit und werden nach und nach aufgedeckt und dauerhaft aufgelöst.

Diese Art von Hypnosetherapie nennt man dann aufdeckende, ursachenorientierte Hypnosetherapie, allerdings gibt es noch viele weitere Arten.

Imap Spritze oder Therapie?

Wer sich die Frage stellt, ob eine Gesprächs- bzw. Verhaltenstherapie oder eine Langzeitbehandlung mit der Imap Spritze eine wirksamere Behandlungsmethode gegen Panikattacken ist, muss bestimmte Aspekte berücksichtigen. Ein Gang zum Hausarzt bringt allerdings in jedem Fall Klarheit und sollte immer vor der letzten Entscheidung getätigt werden.

Folgende Aspekte gibt es zu berücksichtigen:

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  • Die Imap Spritze ist nur für sehr schwere Fälle gedacht und weist darüber hinaus sehr viele Nebenwirkungen auf. Deswegen ist sie nur eingeschränkt einsetzbar.
  • Vor der Behandlung mit der Imap Spritze kann man immer zuerst eine Verhaltenstherapie sowie eine Behandlung mit Psychopharmaka in Tablettenform versuchen.
  • Zeigen beide dieser Methoden absolut keine Erfolge, ist die Imap Spritze die Notlösung.

Da der Wirkstoff der Imap-Injektion zu der Gruppe der Benzodiazepine gehört, kommt hinzu, dass sie schnell eine Abhängigkeit auslösen kann. Die Wochenspritze sollte grundsätzlich nur unter genauester Abwägung von Nutzen und Risiko gegeben werden. Denn es besteht die Gefahr von Langzeitschäden.


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