Panikattacke oder Herzinfarkt?

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Es gibt sehr viele physische und psychische Symptome, die sowohl bei einem Herzinfarkt, als auch bei einer Panikattacke auftreten können. Solche Situationen können sehr traumatisierend sein. Vor allem, wenn man nicht zwischen einer Panikattacke oder einem Herzinfarkt unterscheiden kann.

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Daher gibt es Situationen, in denen Menschen panische Angst erleiden und sich dabei noch viel stärker davor fürchten, dass die Symptome auf eine Herzkrankheit zurückzuführen sind. Angstattacken fühlen sich furchtbar an und man hat das Gefühl sein Herz würde jeden Moment anhalten.

Eine umgekehrte Verwechselung tritt auch immer wieder auf. Ziehende und stechende Schmerzen in der Brust aufgrund von muskulären Verspannungen sind ebenso leicht mit einem Infarkt verwechselbar. Deshalb wissen  vor allem Laien und ängstliche Personen nicht, ob sie gerade eine Panikattacke oder einen Herzinfarkt haben.

Dabei tritt die Angst vor Herzversagen besonders im jungen Erwachsenenalter auf. Viele fürchten sich mit 30 Jahren vor einem Herzinfarkt. Doch die Angst vor der Angst kann den Betroffenen sehr schnell in einen kritischen Zustand der Schwäche und Unsicherheit führen, der den Alltag und die Gesundheit beeinträchtigt.

Unterschied zwischen Panikattacke oder Herzinfarkt

Da sich viele körperliche Symptome stark ähneln, gilt es den Zustand und die Empfindungen in der jeweiligen Situation genau zu analysieren.

Gemeinsame Symptome, die sich überschneiden, sind:

  • Atemnot
  • Enge- und Druckgefühle im Oberkörper, besonders im Brustbereich
  • Schweißausbrüche
  • Übelkeit
  • Schwindel und Benommenheit
  • Kribbeln
  • Angst zu sterben

Bei einer Panikattacke gibt es allerdings ein paar Merkmale, die für einen Herzinfarkt untypisch sind. Dazu zählen:

  • Angst verrückt zu werden
  • Unwirklichkeitsgefühl
  • Gefühl „neben sich zu stehen“
  • Verschwommene Sicht
  • Herzrasen
  • Hitzewallungen
  • Mundtrockenheit und Hitzewallungen
  • Würgereiz

Bei einer Panikattacke beruhen die Auslöser auf dem seelischen Zustand – in akuten Fällen sollte man sich Hilfe bei einem Psychologen suchen. Während eines Infarkts kann es sein, dass sich das Gesicht verzieht und der Herzkranke nicht weiß, wie ihm gerade geschieht.

Die Symptome dauern im Falle eines Herzinfarktes mindestens 20 Minuten an. Bei Unsicherheit sollte der Notarzt direkt verständigt werden. Eine Panikattacke hingegen hat keine zeitliche Begrenzung.

35 % aller Frauen haben unbemerkt einen Infarkt, da besonders bei ihnen die Symptome nicht immer direkt auf eine Herzkrankheit schließen lassen.

Angst vor Herzinfarkt mit 30

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Die Angst vor einer Herzkrankheit tritt im Alter zwischen 18 und 40 vermehrt auf. Sie wird als Herzneurose oder auch Kardiophobie benannt. Angstpatienten empfinden sehr ähnliche Symptome zu denen eines Herzinfarkts. Dazu gehören Herzrasen, Herzstolpern und Schmerzen in der Herzregion.

Treten die Symptome das erste Mal auf, ist es dringend nötig, eine ärztliche Untersuchung durchzuführen. Von einer Herzneurose kann allerdings nur gesprochen werden, falls unter sehr großer Angst gelitten wird, aber keinerlei tatsächliche Gefahr vor einem Infarkt besteht.

In akuten Zuständen leidet ein Herzneurotiker zwischen seinen Panikattacken immerzu unter Angst vor der nächsten Attacke. Diese Panikattacken können von vielerlei Symptome wie Atemnot, Hyperventilation, Schweißausbrüchen, Schwindel- und Ohnmachtsgefühlen geprägt sein.

Durch diese Angst vor der Angst verändert sich für den Betroffenen so einiges. Er schränkt seine Bewegungen so weit wie möglich ein, vermeidet Anstrengung und sportliche Aktivität. So kommt es zu einem Fitnessverlust, welcher die Folge hat, dass die Symptome tatsächlich zunehmen.

Ursachen für eine solche psychische Störung hängen meist mit Stress oder sonstigen Belastungen zusammen: Berufliche Probleme, Beziehungsprobleme — wie zum Beispiel eine Trennung, Krankheit oder der Tod eines Angehörigen können einen derartigen Stress auslösen.

Was du in diesem Fall vermeiden und stattdessen TUN kannst:

Ist es sicher, dass die Symptome psychische Ursachen haben und nicht auf eine tatsächliche Herzkrankheit zurückzuführen ist, sollte man sich der Psychotherapie zuwenden. Alleine löst sich das Problem nämlich selten.

Symptome eines Herzinfarkts

Ein Herzinfarkt kann sich auf verschiedene Weisen bemerkbar machen und ist nicht immer eindeutig festzustellen. Die deutlichsten Symptome sind:

  • Starke Schmerzgefühle in Brustkorb, Brustbein, Hals, Schulterblättern und bis hinein in die Arme (besonders linker Arm) für mindestens 5 Minuten
  • Druckgefühl und Einschnürungsgefühl
  • Brennen
  • Übelkeit bis zum Erbrechen mit Atemnot und Schmerzen im oberen Bauchbereich (Dieses Symptom ist besonders bei Frauen charakteristisch und schwierig zu erkennen, da es ebenso auf ungefährliche Krankheitsbilder passt.)
  • Angstschweiß bei kalter Haut – zusätzlich blasses, von Schweiß überlaufenes Gesicht

Da viele dieser Merkmale auch auf eine Panikattacke zutreffen könnten, sollte man bei Unsicherheit über die Ernsthaftigkeit sollte immer direkt ein Arzt verständigt werden. Ein Anruf bei der Deutschen Herzstiftung kann ein Menschenleben retten

Herzinfarkt oder muskuläre Verspannung

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Schmerzen in Brust- und Herzregion können ebenfalls durch muskuläre Verspannungen entstanden sein. Diese schmerzhaften Verspannungen lokalisieren sich vor allem in direkter Nähe zum Herz.

Bei Hinzukommen weiterer Beschwerden wie beispielsweise einem Ziehen im linken Arm, Schmerzen im Oberbauch oder Hals, könnte es sich jedoch mit größerer Wahrscheinlichkeit um einen Herzinfarkt handeln.

Panikattacke nach dem Herzinfarkt

Nach einem Herzinfarkt kann es auftreten, dass zwar physisch eine schnelle Gesundung vorangeht, psychisch aber noch nicht alle Wunden geheilt sind. Dies führt oft zu vermehrten Panikattacken nach einem Herzinfarkt, einer sogenannten Panikstörung.

Meist kommen die Attacken erst dann, wenn man sich außer Reichweite ärztlicher Beobachtung befindet und wieder versucht, die Pflichten des Alltags zu bestreiten. Das Problem ist, dass sich die Panik vor einem Herzinfarkt sehr ähnlich anfühlt wie ein weiterer Infarkt.

Zur psychischen Genesung eignet sich eine psycho-kardiologische Rehabilitation, die psychosomatische Reaktionen vorbeugt. Es ist sehr wichtig auch psychisch wieder vollkommen zu genesen, da die Angst vor einem zweiten Herzinfarkt auch die Wahrscheinlichkeit auf einen solchen erhöht.

In der Rehabilitationsphase hat sich ein regelmäßiger Austausch mit anderen Herzpatienten, sowie zahlreiche Sport- und Gesundheitsangebote als hilfreich bewährt. Diese Aspekte sind feste Bestandteile des Programms in der Reha-Klinik.

Nach einer erfolgreichen Rehabilitation ist es in den meisten Fällen ein Leichtes, wieder zurück in Beruf und Alltag zu kehren.

Geschlechtliche Unterschiede

Es ist sehr wichtig zu wissen, dass sich die Symptome in ihrer Stärke und Art von Geschlecht zu Geschlecht unterscheiden. Hinzu kommt, dass Frauen häufiger als Männer Übelkeit und Erbrechen durchstehen müssen und sie ein Ziehen im Brustbereich weniger mit ihrem Herz, sondern eher mit der Brust verbinden.

Frauen scheinen auch eher davon überzeugt zu sein, dass es sich bei den Symptomen nicht um einen Infarkt handelt und suchen stattdessen oft andere Gründe für diese.

Alle möglichen Symptome können auf einer Herzkrankheit beruhen. Sie sollten mit Vorsicht betrachtet werden, jedoch sollten panische Reaktionen vermieden werden.

 

Risikogruppe für Herzinfarkt

Da der Herzinfarkt die mit 47% die Nummer 1 der Todesursache in Deutschland ist, sollte man einiges beachten, um das eigene Risiko so gering wie möglich zu halten. Menschen, die generell sehr ängstlich sind, sollten Symptome beider Fälle lernen, sodass sie wissen, ob sie eine Panikattacke oder einen Herzinfarkt haben.

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Für Menschen, die mit Übergewicht zu kämpfen haben und sich in ihrem Alltag zu wenig bewegen, besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit. Weitere Risikoerhöhung gilt für Erwachsene, die unter Diabetes, Fettstoffwechselstörungen, Alterszucker und Bluthochdruck leiden.


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