Kontrollverlustangst überwinden

Kontrollverlustangst überwinden

Ängste sind menschlich und gehören zum Selbstschutz im Leben dazu. Wenn sie allerdings übermächtig werden und uns zu stark einnehmen, kann eine Angststörung vorliegen. Die Kontrollverlustangst ist im Zusammenhang dieser Angststörungen zu betrachten.

Innere Unruhe und Ängste schrittweise loswerden   Zur Anleitung

Sie ist kurz beschrieben jene Angst, die Kontrolle über sich und Situationen zu verlieren. Welche Phänomene hinter der Angst vor Kontrollverlust verborgen sind, wird folgend näher beleuchtet.

Kontrollverlust Angst: Störung?

Die Kontrollverlustangst fasst mehrere psychische Störungen zusammen, bei denen Ängste auftreten. Im groben kann zwischen zwei Formen unterschieden werden:

  1. Die eine Gruppe ist zu den diffusen und unspezifischen Ängsten gehörig. Sie entstehen bzw. treten spontan auf. Die Auslöser sind nicht an eine Situation oder an ein Objekt fest zu machen.
  2. Die andere Gruppe gehört zu den Phobien, die hingegen konkrete Objekte oder Dinge als Auslöser haben. Zusätzlich können Situationen oder Räumlichkeiten die Ängste auslösen. Dies wären beispielsweise Platzmangel oder extrem freie Plätze, Menschen sowie Tiere bzw. Insekten.

Ursachen der Angst vor Kontrollverlust

Es werden unterschiedliche Modelle als Ursache der Angststörung diskutiert. Darunter befinden sich die psychodynamischen und lerntheoretischen Ansätze sowie eine genetische Disposition.

Wie auch bei anderen Erkrankungen kann zusätzlich ein Mischmodell für eine umfassende Erklärung zur Entstehung von Angststörungen sorgen.

Die psychische Störung und ihre Symptome

Die Kontrollverlustangst gehört zu den psychischen Störungen. Bei ihr zeigen sich wie bei den anderen Angststörungen ähnliche aber auch folgende spezifische Symptome:

  • Die Angst, dass die Kontrolle über die eigenen Gefühle, Gedanken und der aktuellen Situation verloren geht
  • Schwindel
  • Schweißausbruch
  • Zittern bzw. Beben
  • Sprachschwierigkeiten
  • Herzklopfen und Pulsbeschleunigung
  • Atembeschwerden, Brustschmerzen oder Beklemmungsgefühl
  • Durchfall, Übelkeit oder Erbrechen
  • Mundtrockenheit
  • Hitzewallungen
  • Gefühle, nicht richtig anwesend zu sein oder dass Dinge unreal seien,
  • Benommenheit
  • allgemeines Vernichtungsgefühl
  • Angst zu sterben
  • Bewusstseinsstörungen: beispielsweise die Angst, verrückt zu werden

Es geht oftmals einher, dass die Ängste von einer Depression begleitet werden. Das ist in dem Zusammenhang zu sehen, dass die Ängste vom Arzt nicht als Störung gesehen werden und unbehandelt bleiben. Die Angstleidenden fühlen sich schlecht und ggf. auch schuldig. Dadurch steigern sie sich in weitere Ängste hinein, dass sie an Krebs oder Ähnlichem erkranken könnten. Dies drückt auf die Stimmung, die bis zur Depression führen könnte.

Die aufgezeigten Symptome der Angst vor einem Kontrollverlust können bei einer Person parallel oder einzeln auftreten. Wenn die Angst des Kontrollverlustes so groß ist, kann sie in eine Panik münden.

Extreme Angst, die Kontrolle zu verlieren: Kontrollverlustangst überwinden

Panikattacken haben eine extrem große Ausgestaltung dieser Angststörung und treiben sie auf ihre Spitze. Panikattacken können grundlos auftreten. Sie muss nicht durch einen Auslöser entstanden sein, sondern die Angst steigert sich alleine zur Panikattacke. Hier treten noch intensiver Symptome auf, die folgend aufgelistet sind:

  • Brustschmerzen
  • Hyperventilation
  • Schwindel
  • Luftnot
  • Zittern
  • Übelkeit
  • Hitzewallungen
  • Todesangst vor beispielsweise Herzstillstand
  • Entfremdungsgefühlen und
  • Schwitzen

Kommt es bei den Kontrollverlustängsten zu solchen Panikattacken, ist dies ein Zeichen dafür, die Kontrollängste behandeln zu lassen.

Falscher Versuch einer Selbsthilfe

Sind die Ängste so groß geworden, versuchen die Leidenden eine Selbsthilfe anzuwenden. Sie versuchen meistens dies zunächst mit Medikamenten zu dämpfen. Zusätzlich kann Vermeidungsverhalten hinzukommen, indem sie sich von der Außenwelt abschotten und sich somit sozial isolieren.

Was du in diesem Fall vermeiden und stattdessen TUN kannst:

Es könnten auch Süchte entstehen, die mittels Drogen oder Alkohol initiiert werden. Damit könnten die Angstgestörten versuchen, ihre Ängste selbst zu behandeln. Diese Reaktionen sind allerdings nicht die richtigen.

Anschließend soll aufgezeigt werden, was genau bei Kontrollverlustängsten helfen könnte. Grundsätzlich kommt immer dann eine Behandlungsbedürftigkeit in Betracht, wenn die eigene Bereitschaft vorhanden ist und Beziehungen sowie das Arbeitsleben stark unter der Kontrollverlustangst leiden.

Angst vor Kontrollverlust überwinden mittels professioneller Hilfe: Psychotherapie

Kontrollverlust überwinden mittels professioneller Hilfe: Psychotherapeuten

Psychotherapeuten sind die richtige Adresse für Angststörungen, welches speziell die Kontrollverlustangst einbezieht. Bezüglich Ihrer Ansichtsweisen, wie eine Angststörung entsteht, bieten sie passende therapeutische Methoden an.

1. Verhaltenstherapie:

Die Verhaltenstherapie versucht sich an die angsteinflößenden Situationen mit den Klienten anzunähern und sich schließlich mit ihnen zu konfrontieren. Dies geschieht schrittweise, bis sich die Angstgestörten mit diesen zurechtfinden und sich in den jeweiligen Umständen oder mit den Angstobjekten wohler zu fühlen.

2. Psychotherapie mit tiefenpsychologischem Hintergrund:

Mit dieser Methode sollen in Einzelgesprächen innerliche Konflikte aufgedeckt und behandelt werden. Hintergründe sind bei dieser Sichtweise oftmals Trennungsängste, die als auslösende Faktoren angesehen werden.

3. Entspannungsverfahren:

Es können diverse Entspannungsverfahren zur Verbesserung der Angststörungen beitragen. Diese sind nachstehend aufgeführt:

Progressive Muskelentspannung nach Jacobson: Bei der Methoden nach Edmund Jacobson werden gezielt einige Muskelgruppen an- und entspannt. Diese Aktivitäten sollen eine beruhigende Wirkung auf den ganzen Körper erzielen.

Autogenes Training: Autogenes Training ist ein Entspannungsverfahren, welches sich der Autosuggestion bedient. Sie wurde vom Psychiater Johannes Heinrich Schultz in Anlehnung aus der Hypnose entwickelt.

Hypnosetherapie-Methoden: Mit der Hypnose soll gezielt auf die Ängste Einfluss genommen und ein Korrektiv gegeben werden.

Biofeedback-Methoden: Mittels diverser Beobachtungsmethoden von unterschiedlichen biologischen Reaktionen, die bei der Angststörung vorkommen, können diese dem Klienten rückgemeldet werden. Entsprechende diverse Entspannungstechniken können eingesetzt werden, um spürbaren Erfolg zu erhalten.

Kontrollverlust überwinden – Medikamenteneinnahme

Falls es notwendig wird, eine Beruhigung mittels Medikamente zu erzielen, gibt es diverse Möglichkeiten aus dem Bereich der angstlösenden Medikamente (Axiolytika). Diese sind wie folgt:

  1. Antidepressiva
  2. Neuroleptika
  3. Buspiron
  4. Benzodiazepine
  5. Pregabalin
  6. H1-Antihistaminika
  7. Wirkstoffe aus der Pflanzenheilkunde

Einige Medikamente von ihnen haben ein erhöhtes Suchtpotenzial, wie beispielsweise die Benzodiazepine. Neuroleptika werden hingegen gezielter im Zusammenhang mit einer gleichzeitigen Psychose eingesetzt. Aus diesem Grunde sind die meisten Medikamente, außer aus dem Bereich der Pflanzenheilkunde, verschreibungspflichtig.

Finde heraus, welche Methoden über 500 Menschen mit genau dieser Problematik helfen konnten:
Methoden ansehen

Ein Arztgespräch muss und sollte deswegen erfolgen. Dieser kann die Medikamente nicht nur anordnen, sondern in eine entsprechend hilfreiche Therapie überleiten. Jene soll dem Angstleidenden schließlich helfen, an die Ursachen heranzukommen und diese wirkungsvoll bekämpfen zu können.


Autoren
Die Redaktion hinter diesem Portal bietet hochwertige Informationen und Ratgeber über Unruhe und Ängste. Texte werden in Zusammenarbeit mit den Autoren – einem Heilpraktiker und einem psychologischen Berater konzipiert.