Innere Entspannung finden

Das Problem innere Anspannung und Unruhe sind insbesondere in der westlichen Welt ein weitverbreitetes Phänomen, welches viele Menschen aller Altersklassen betrifft. Bereits in den 1930er Jahren erfand ein österreichischer Mediziner – Hans Selye – den Begriff Stress, welcher für ihn ganz allgemein die unspezifische Reaktion des Körpers auf zumeist externe Anforderungen und Einflüsse bezeichnet.

Innere Unruhe und Ängste schrittweise loswerden   Zur Anleitung

Zu den Symptomen von Stress und den Reaktionen, die dieser auslösen kann, gehört auch die innere Unruhe.

Vor allem in der heutigen Zeit gestaltet es sich oft nicht einfach, die eigene innere Entspannung wiederzuerlangen und vor allem dauerhaft zu erhalten. Die Gründe dafür sind so vielfältig wie deren Behandlung:

  • Wir arbeiten heute oft deutlich mehr als früher, Überstunden sind keine Seltenheit
  • Auch nach Feierabend legen wir unser Handy selten aus der Hand, sei es wegen beruflicher Emails, privater Whatsapp-Nachrichten oder Social Media
  • Nicht nur wir selbst, auch unsere Mitmenschen – Kollegen, Freunde, Familie – leiden unter Stress, was zusätzlich zwischenmenschliche Anspannungen verursacht
  • Innere Ruhe und Entspannung werden in unserer schnelllebigen leistungsorientierten Gesellschaft oft keine große Bedeutung beigemessen
  • Die meisten unserer „Probleme“ sind hausgemacht, bedeutet wir denken über zu viel Unwichtiges nach und machen uns somit selbst Stress und Druck

Tritt eine derartige Unruhe nur ab und an auf, ist dies noch kein Alarmsignal. Schuld hieran können kurzzeitig projektbezogene Überstunden oder akute private Auslöser sein. Dauerhaft gestresst, unruhig und angespannt zu sein, sollte jedoch als Warnsignal des eigenen Körpers aufgefasst werden, da dies schwerwiegende körperliche Erkrankungen wie Bluthochdruck, Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Depressionen oder Burn-Out mit sich bringen kann.

Innere Entspannung finden: Ursachen und passende Entspannungstechniken

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass sowohl Auslöser und Gründe für dauerhafte Unruhe, als auch deren Behandlung sehr vielfältig und individuell sein können. Ebenso wie jeder Mensch unterschiedlich auf Stressauslöser reagiert und von verschiedenen Faktoren unterschiedlich stark getriggert wird, unterscheiden sich auch die Lösungsansätze hierfür.

Zum einen erfordern unterschiedliche Auslöser unterschiedliche Behandlungen, zum anderen schlägt nicht jede Entspannungstaktik bei jedem gleich gut an.

Um zu erkennen, was deine persönlichen Stresssituationen sind und wie du darauf reagierst, ist es wichtig, sich dies bewusst zu machen. Da vieles davon normalerweise unbewusst abläuft, kann dir das entsprechende Bewusstsein schon dabei helfen, den für dich richtigen Weg zu finden, wie du deine innere Entspannung herstellen kannst.

Versuche einfach diese drei Sätze zu vervollständigen, am besten ohne groß nachzudenken:

  1. Erkenne deine Selbstauslöser: „Ich gerate in Stress, wenn/weil…“
  2. Erkenne, inwiefern du dir selbst zusätzlichen Stress machst: „Ich setze mich selbst unter Stress, indem…“
  3. Erkenne deine Reaktion auf Stress: „Wenn ich im Stress bin, dann…“

Innere Ausgeglichenheit wiederfinden: Welche Entspannungstechnik ist die richtige?

Wellness Massage

Vorweg: Es gibt nicht DIE eine Entspannungstechnik, denn wie bereits erwähnt hilft nicht jede Entspannungsübung bei jedem Auslöser. Zudem empfindet jeder etwas anderes als entspannend. Deshalb wollen wir euch erst einmal ganz allgemein die verschiedenen Wege zu innerer Entspannung auflisten und nachfolgend ausführlicher erklären, welches Entspannungsverfahren für welche Situation grundsätzlich am besten geeignet ist.

All diese Verfahren dienen der Reduzierung der innerlichen Anspannung, egal ob diese körperliche oder seelische Ursachen hat. Körperliche Entspannung und seelische Entspannung hängen oft eng miteinander zusammen bzw. ergänzen sich gegenseitig, weshalb es sowohl psychische als auch physische Ansätze bei den Entspannungstechniken gibt.

Zu den eher körperlichen Entspannungshilfen gehören zum Beispiel:

  • Yoga
  • Joggen/Laufen
  • Boxen
  • Schwimmen
  • Atemübungen
  • Progressive Muskelentspannung

Des Weiteren gibt es aber auch eher psychisch wirkende Methoden zur Entspannung, darunter beispielsweise:

  • Meditation
  • Entspannungsmusik
  • Auszeiten schaffen

Der Ansatz all dieser Methoden ist eigentlich immer gleich: Gute Gefühle gegen Stress. Was genau jedoch im Einzelnen ein gutes Gefühl auslöst, ist sehr unterschiedlich. Dennoch eignen sich bestimmte Techniken für bestimmte Auslöser besser als andere, wie wir gleich sehen werden.

Hausmittel für mehr innere Entspannung

  • Lavendel
  • Baldrian
  • Passionsblumenextrakt
  • Johanniskraut

All diese Mittel sind rein pflanzlich und frei verkäuflich in jeder Apotheke erhältlich. Sie alle helfen dem Körper dabei, zur Ruhe zu kommen.

Auch wenn es sich um pflanzliche Stoffe mit wenig bis keinen Nebenwirkungen handelt, sind sie nicht zur dauerhaften Therapie gedacht, können jedoch unterstützend wirken, wenn man daran arbeiten möchte, endlich innerlich entspannt und ausgeglichen zu werden. Es gibt sie meist in Form von Tee oder Tabletten.

Wie entspanne ich mich richtig?

Wie bereits erklärt sind grundsätzlich alle diese Methoden zu empfehlen – sportliche Betätigung ist grundsätzlich gesund, ebenso wie seelische Entspannung. Dennoch gilt es hier, die passendste Option zu finden. Deshalb werden wir auf die einzelnen Methoden nachfolgend noch genauer eingehen.

Innere Unruhe, welche wir ja bekämpfen und in innere Entspannung umwandeln möchten, entsteht oft durch fehlenden Ausgleich. Eine gute Option hierbei ist die sportliche Betätigung.

Vielen Menschen hilft es, sich nach einem langen Bürotag beispielsweise auszupowern, um „wieder runterzukommen.“ Hierfür eignen sich Sportarten wie Joggen, Laufen oder auch Boxen.

Was du in diesem Fall vermeiden und stattdessen TUN kannst:

All diese und andere Sportarten bringen den Kreislauf in Schwung und verbessern die Atmung. Menschen, die regelmäßig Laufen gehen, sprechen davon, dass sie beim Laufen innerlich abschalten können, sich nur auf das Laufen und die Umgebung konzentrieren und eventuell positive Gedanken machen können.

Sportarten wie Boxen eignen sich zudem besonders gut, wenn sich die innere Unruhe durch Gereiztheit oder gar Aggression äußert. Beim Boxen selbst wird man zwar sicherlich nicht entspannen, nach der Trainingseinheit setzt die Wirkung jedoch ein. Diese Wirkung wird durch jede Sportart hervorgerufen, bei der man sich physisch völlig auslastet.

Für Menschen, die im Alltag ohnehin eher aktiv sind und hierzu einen Ausgleich suchen, eignen sich eher ruhige Entspannungstechniken, wie Meditation, Yoga oder Atemübungen. Viele dieser Techniken verbinden eine sanfte Form der körperlichen Bewegung mit Methoden zur geistigen Entspannung.

Das Ziel hierbei ist, den Alltag auszublenden, bewusst den Moment zu erfahren und sämtlichen äußeren Stress in dem Moment auszublenden. Diese Techniken helfen nicht nur allgemein, sondern können auch in einer konkreten stressauslösenden Situation angewandt werden. Generell ist ein bewusstes Leben und Erleben der Schlüssel zur inneren Entspannung zu sehen.

Auszeiten schaffen

yoga

Aus diesem Grund können auch selbstgeschaffte Auszeiten, in denen man nur zum Spaß ein Buch liest, entspannende Musik hört oder ein heißes Bad nimmt, beim Wiederfindern der inneren Ruhe und Entspannung helfen.

  • Selbst ein Filmabend kann für den einen oder anderen bereits entspannend wirken.
  • Diese Varianten eignen sich aber meist eher für Situationen, in denen man ausnahmsweise mal etwas angespannter ist.
  • Leidet man dauerhaft unter dem Problem, nicht zur Ruhe kommen zu können, sollte man sich eventuell lieber an einer der klassischen Entspannungstechniken versuchen.
  • Auch frische Luft ist immer zu empfehlen.
  • Egal ob du einfach gemütlich spazieren gehst, lieber Joggen oder Radfahren gehst, frische Luft und Bewegung sind gesund für deinen Körper und helfen dir auf Dauer, innerlich zu entspannen.

Wer sich hierzu schlecht überwinden kann, sollte versuchen, gemeinsam etwas zu organisieren. Sei es eine Jogginggruppe, ein eigener Hund oder ein regelmäßiger Spaziergang mit einem Hund aus dem Tierheim. Im letzten Fall tust du damit sogar noch etwas Gutes. Und du wirst sehen, wie gut es dir auch selbst tut.

Innere Ruhe und Kraft finden: Versuche deine Gedanken zu entspannen

Es gibt eine Reihe von gedanklichen Verhaltensweisen, welche innere Anspannung fördern. Wenn du dir deine grundsätzlichen Stressauslöser mithilfe der obigen Fragen bewusst gemacht hast, hilft es dir vielleicht, dir dazu noch ein paar weitere Gedanken zu machen.

Du vergleichst dich mit anderen

Sich selbst zu vergleichen, seine eigenen Leistungen oder Misserfolge mit dem, was andere Leute können und erreichen, zu messen, ist eine normale menschliche Angewohnheit. In gewissem Maße kann dies auch durchaus vernünftig und gut sein, wenn man sich dadurch selbst anspornen möchte, indem man sich jemand anderen zum Vorbild nimmt.

Meist jedoch fallen diese Vergleiche zu unseren Ungunsten aus. „Andere können alles besser/schneller, verdienen mehr/leisten mehr.“ Kennst du diese oder ähnliche Gedanken?

Solche negativen Vergleiche stets im Hinterkopf zu haben, lässt dich nie zur Ruhe kommen. Versuche dir stattdessen lieber klarzumachen, was DU erreicht hast und gut kannst und was DEINE wirklichen Ziele sind.

Die Meinung Anderer

Menschen wollen Lob und Anerkennung von ihren Mitmenschen, das ist absolut normal. Oft jedoch werden wir abhängig von der Meinung Anderer und richten unser Selbstbild nur noch danach aus, was wir von anderen als Rückmeldung erhalten.

Anstatt versuchen, andere so zufrieden zu machen, dass sie dich loben, versuche besser, dir selbst Lob auszusprechen und anzuerkennen, was du geleistet hast. Wenn du nicht mehr von der Rückmeldung anderer abhängig bist, werden diese Gedanken von selbst nachlassen und du wirst innerlich deutlich entspannter werden.

Perfektionismus

Setze dich selbst nicht unter Druck, indem du dir völlig überzogene Regeln aufstellst.

Es ist völlig unmöglich, alles „perfekt“ hinzukriegen. Zudem: Wer entscheidet eigentlich, was perfekt ist? Es geht immer besser oder schneller oder effizienter.

Wenn du innerlich immer willst, dass alles perfekt wird, verfolgst du dauerhaft einen unrealistischen Zustand, den du nie erreichen wirst. Somit werden diese stressigen Gedanken auch niemals aufhören.

Vergiss den Gedanken „ich muss alles perfekt machen“ lieber direkt. Es ist unmöglich, dies umzusetzen und setzt dich selbst nur unter Druck.

Innere Entspannung und die Vergangenheit

Eine weitere schlechte Angewohnheit von uns Menschen, ist stetig über die Vergangenheit nachzugrübeln, über (vermeintliche) Fehler, die wir einmal begangen haben.

Aber weißt du was? Fakt ist, ohne deinen damaligen „Fehler“ wäre dein Leben heute anders, auch alle positiven Dinge. Nur deine Entscheidungen, egal ob richtig oder falsch, haben dich an diesen Punkt gebracht. Vor allem: die Vergangenheit lässt sich nicht ändern, egal wie sehr du grübelst.

Wenn es etwas gibt, was du in der Vergangenheit bereust und du hast die Chance, dies zu ändern, z.B. indem du dich bei jemandem für etwas, was du getan hast, entschuldigst, so kannst du dies gerne tun – wenn du der Meinung bist, dies hilft dir.

Wenn nicht: Lasse die Vergangenheit ruhen und verbanne die Gedanken dazu dauerhaft aus deinem Kopf. Wie gesagt – es bringt ohnehin nichts, da du die Zeit nicht zurückdrehen kannst, es verbraucht lediglich unnötig Energie und verhindert, dass du innere Entspannung und Gelassenheit findest.

Ändere deine Wortwahl & Prioritäten

Wenn du morgens aufstehst, hast du wahrscheinlich wie die meisten Menschen eine riesige To-do-Liste im Kopf: „Ich muss Wäsche machen, dringend einkaufen, endlich den Zahnarzttermin abmachen, die Steuererklärung fertig kriegen …“

Dazu kommen allgemeine Gedanken wie „Ich muss eine/n Partner finden, Sport machen, abnehmen usw.“

Erkennst du das Muster? „Ich MUSS“, verbanne dieses Wort aus deinen Gedanken, es setzt dich nur unnötig unter Druck und lässt dich schlecht fühlen, wenn du diese Ziele nicht erreichst.

Viele davon – z.B. den Partner – kannst du noch nicht einmal selbst beeinflussen. Setze lieber Prioritäten ohne den Druck dahinter. Statt dir eine ellenlange Liste an Erledigungen zu machen, versuche einfach, sobald du etwas Luft hast, eine dieser Aufgaben abzuhaken, beginnend mit der wichtigsten.

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Und wenn du an einem Tag nur wenig Zeit hast, kann niemand – nicht einmal du selbst – von dir erwarten, dass du mal eben in einer halben Stunde deine Steuererklärung machst.


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