Panische Angst vor Zahnschmerzen

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Die Angst vor Zahnschmerzen und dem Zahnarzt ist eine sehr weit verbreitete Phobie. In Deutschland befindet sie sich auf Rang 5 der am häufigsten verbreiteten Ängste. Meist bringt es die Betroffenen in ernste Schwierigkeiten, da sie in einen Teufelskreis geraten:

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Sie haben Angst vor dem Zahnarzt, da sie sich sowohl vor den Rahmenbedingungen, wie zum Beispiel vor den Geräuschen und Gerüchen, fürchten, als auch jegliche Schmerzen bei der Behandlung als unerträglich empfinden. Somit meiden sie einen Zahnarztbesuch und erhöhen somit selbst das Risiko für eine schmerzende und auch kostenaufwändige Zahnbehandlung.

Dies passiert immer wieder, obwohl es deutliche medizinische Fortschritte gab in den vergangenen Jahrhunderten. Man möchte sich nicht vorstellen, wie groß die Schmerzen früher bei Operationen ohne jegliche Betäubung waren.

Doch die Phobie vor Zahnschmerzen und dem Zahnarzt sind durchaus nachvollziehbar. Es sind erlernte Ängste, die auf einer sehr schlimmen Erfahrung bei einem Zahnarztbesuch basieren.

Psychische Ursachen für panische Angst vor Zahnschmerzen

Der Fachbegriff für eine krankhafte Angst vor Zahnschmerzen und dem Zahnarzt ist Dentalphobie. Diese Phobie kann nicht angeboren sein, was bedeutet, dass sie immer auf einem traumatischen Ereignis beruht oder durch das Umfeld erlernt wird.

Das kann beispielsweise eine Zahnbehandlung sein, bei welcher der Arzt trotz starker Schmerzen gegen den Willen des Patienten weiter behandelt hat. In solchen Fällen wird das Vertrauensverhältnis geschädigt, was besonders bei Zahnphobikern schlimme Auswirkungen zeigt.

Es gibt jedoch auch Befunde im menschlichen Gehirn, welche die Angst vor Zahnschmerzen verständlich machen. Verschiedene Gehirnareale spielen bei der Schmerzwahrnehmung und Schmerzverarbeitung eine entscheidende Rolle. All diese Areale gehören dem Netzwerk an, was man als „Schmerzmatrix“ bezeichnet. Eine panische Angst vor Zahnschmerzen steckt also sozusagen in der Programmierung einiger Menschen.

Bestandteile der Schmerzmatrix sind:

  • Die sensomotorischen Areale
  • Der Thalamus
  • Das Kleinhirn
  • Mit der Aufgabe den Schmerz zu lokalisieren und eine treffende Reaktion auf ihn vorzubereiten.
  • Das limbische System

Schließlich gibt es noch den Gyrus cinguli, welcher für die Gefühlsverarbeitung verantwortlich ist, und die vordere Insel, welche auf die Schmerzverarbeitung sowie die Schmerzwahrnehmung spezialisiert ist.

Aktuelle Forschungsergebnisse weisen nach, dass sie Intensität der Schmerzwahrnehmung davon abhängt, wie schnell die vordere Insel den Schmerz erkennt und auf ihn reagiert.

Außerdem konnte man nachweisen, warum das Lokalisieren von Zahnschmerz schwerfällt. Das Lokalisierungsproblem hängt damit zusammen, dass im Hirn fast immer die gleiche Reaktion stattfindet, unabhängig davon welche Zahnregion schmerzt.

Weitere Erkenntnisse erklären, weshalb der Zahnschmerz häufiger Angstgefühle auslöst, als Schmerzen in anderen Körperregionen. Die Ursache davon liegt in der erhöhten Aktivität der Amygdala, welche man auch als „Angstzentrum“ bezeichnet.

Symptome bei Angst vor schlechten Zähnen

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Wenn man unter einer Dentalphobie leidet, dann fürchtet man sich immerzu vor folgenden Szenarien:

  • Dass man Zahnschmerz erleidet welcher so stark ist wie bei einer Wurzelbehandlung
  • Ein Teil des Zahns bricht heraus
  • Zahnfüllung fällt raus
  • Schmerzen treten in der Nacht auf

Diese Ängste treten bereits bei kleinen unangenehmen Gefühlen im Mundbereich auf, die immer wieder mit einer Wurzelentzündung assoziiert werden. Phobiker leiden in Paniksituationen unter Übelkeit, Zittern, Schüttelfrost, Herzrasen, Atemnot und teils auch unter Aggressionen.

Was du in diesem Fall vermeiden und stattdessen TUN kannst:

Wurzelbehandlung trotz panischer Angst vor Zahnschmerzen überstehen

Die Angst vor Zahnschmerzen geht in den meisten Fällen mit einer ebenso großen Angst vor dem Zahnarzt einher. Angstpatienten fürchten sich vor Schmerzen bei der Behandlung und vor dem Gefühl ausgeliefert zu sein.

Für den Einen sind lange Wartezeiten im Wartezimmer unerträglich und Andere schaffen es nicht mal die Praxen überhaupt zu betreten. Wo Angst ist, versucht der Mensch sich fast immer an einer Vermeidung der Situation.

Doch im Falle der Dentalphobie zieht es sowohl gesundheitliche als auch schwerwiegende finanzielle Folgen mit sich. So wird die Angst vor dem Zahnschmerz immer größer.

Um über den eigenen Schatten zu springen, ist es notwendig seinem Arzt vertrauen zu können. Es ist am besten, wenn er über die Angst des Patienten Bescheid weiß, damit er ihn dementsprechend behandeln kann.

Vielen Patienten hilft es zum Beispiel, wenn der Arzt genau mitteilt was er gerade tut. Dann können sie sich mental darauf vorbereiten.

Ist die Angst weiter fortgeschritten, rät es sich eine auf Angstpatienten spezialisierte Praxis aufzusuchen, die teilweise sogar Behandlungen unter Narkose anbieten.

Darüber hinaus ist der Arztbesuch bei solchen Praxen so angenehm wie möglich gestaltet, zum Beispiel mit Hilfe attraktiver Raumdüfte und entspannenden Geräuschen.

Musik wirkt Wunder bei Angst vor Zahnschmerzen

Bei der Entspannung wird Musik als wahnsinnig hilfreich erwiesen. Musik über Kopfhörer lenkt nicht nur vor den unangenehmen Bohrgeräuschen ab, sondern hilft zusätzlich bei mentaler und physischer Entspannung.

Es sollte Musik sein, die man mit einem positiven Ereignis verknüpft und dabei nicht allzu energiegeladen ist: Dies wirkt pulssenkend und sorgt für positive Stimmung.

Hypnose zur Entspannung

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Für viele Angstpatienten hat sich eine Zahnbehandlung mit Hypnose als richtige Methode erwiesen. Einige Ärzte sind auf eine solche Behandlungsweise spezialisiert, aber man kann sich auch per Selbsthypnose bei dem Arzt seines Vertrauens selbst zur Ruhe bringen.

Dies kann wie folgt funktionieren:

  1. Wenn du auf dem Behandlungsstuhl sitzt, schließen deine Augen.
  2. Stelle dir vor, du befinden dich auf einer Rolltreppe auf dem Weg nach unten. Dies kann sehr lang dauern, habe einfach etwas Geduld.
  3. Unten angekommen siehst du einen roten Knopf. Drücke ihn.
  4. Daraufhin wird dein Mund kühler (bzw. wärmer je nach Belieben) – dies macht die Schmerzen erträglicher.

Weitere Tipps

Es kann auch hilfreich sein die Bohr- und Schleifgeräusche in Gedanken mit etwas Positivem zu assoziieren. Beispielsweise kann man die Geräusche mit denen eines Flugzeugs beim Start auf dem Weg in den Urlaub verknüpfen. Das macht die Situation zusätzlich erträglicher.

Falls nichts hilft, kann man den Arzt um Beruhigungstabletten oder um Behandlung in Narkose bitten.

In sehr akuten Fällen empfiehlt sich eine psychotherapeutische Behandlung mit einer Verhaltenstherapie. Dort lernt man per Konfrontation, sich langsam an die gefürchtete Situation zu gewöhnen.

Das passiert, wenn du nichts unternimmst

Ist die Angst vor Zahnschmerzen und dem Zahnarzt ein akutes Problem, kommt es meistens zu einer Vermeidung von Arztbesuchen. Durch regelmäßige Kontrollbesuche werden oft schmerzhafte Wurzelbehandlungen, Entzündungen und ähnliches vorgebeugt.

Im Umkehrschluss wächst das Risiko für eine schmerzhafte Behandlung, wenn man sich vor notwendigen Kontrollen drückt. In solchen Fällen übernimmt die Krankenkasse auch nicht mehr die Kosten für aufwendige Eingriffe.

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Häufig fehlt das allgemeine Verständnis für Krankheiten, die aufgrund einer Phobie entstanden sind. Neben Kosten von bis zu 30.000 Euro bei Zahnoperationen, kann die Dentalphobie auch schwerwiegende gesundheitliche Folgen nach sich ziehen.


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