Angst vor Sport

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Die Angst vor Sport kann den Menschen in verschiedensten Zusammenhängen belasten und ganz unterschiedliche Ursprünge haben. Es ist allgemein bekannt, dass Sport uns hilft, die Gedanken freizumachen und ähnlich wie Antidepressiva gegen Depressionen oder Phobien wirken kann.

Innere Unruhe und Ängste schrittweise loswerden   Zur Anleitung

Doch es passiert nicht selten, dass eine ängstliche Person auch Angst vor Sport hat und somit keinen Zugang zur Bewegung findet.

Bewegung ist sowohl psychisch als auch physisch wichtig für ein gesundes Leben. Es verleiht körperliche Stärke, Ausdauer und beugt viele Krankheiten vor.

Psychisch gesehen gibt es dem Menschen ein allgemeines Wohlbefinden im eigenen Körper und erzeugt Selbstvertrauen sowie Selbstsicherheit. Sport hilft häufig, den Verstand zu beruhigen. Dennoch erzeugt es bei manchen Menschen Unwohlsein und sogar auch Angst.

Fachbegriff von Sport-bezogenen Phobien

Da Angst vor Sport unzählige Ursachen und Gründe haben kann, gibt es keinen einheitlichen Fachbegriff.

Wenn man sich vor dem Sport fürchtet, kann das damit zusammenhängen, dass man Angst vor Verletzungen oder Schmerzen hat, vor Bewegung allgemein, davor sich lächerlich zu machen oder aber davor, dass man eine verborgene Herzerkrankung hat oder einen Schwächeanfall erleidet.

Die genannten Ängste haben genaue psychologische Fachbegriffe als Phobien. Eine Phobie ist eine angstbezogene Krankheit, die darauf beruht, dass sich ein Individuum so stark vor etwas fürchtet, dass es seinen/ihren Alltag und denen der Mitmenschen sehr belastet.

Überblick über die Phobien:

  • Kinesiophopie – Angst vor Bewegung
  • Traumatophobie – Angst vor Verletzung
  • Agliophobie – Angst vor Schmerzen
  • Katagelophobie – Angst, sich lächerlich zu machen
  • Asthenophobie – Angst das Bewusstsein zu verlieren/ einen Schwächeanfall zu erleiden
  • Herzneurose/ Herzphobie – Angst vor Herzerkrankungen

All diese Phobien können Gründe für die Angst vor Sport sein. Sie können alleine oder in Kombination auftreten.

Angst vor der Bewegung

Menschen mit Rückenschmerzen oder anderen körperlichen Beschwerden können diese Phobie empfinden. Sie fürchten sich davor, dass eine falsche Bewegung die Schmerzen verschlimmert und dazu führt, dass man sich gar nicht mehr rühren kann.

Betroffene vermeiden es zu hüpfen, schwere Dinge zu heben und sie treiben keinen Sport.

Angst vor Sport in der Schule

Die Angst vor dem Sport in der Schule hängt sehr häufig mit der Angst davor, sich lächerlich zu machen, zusammen. Besonders bei leicht bis stark übergewichtigen Kindern oder bei sehr unsportlichen Kindern kann dies ein Problem darstellen.

Hier gibt es verschiedene Ursachen. Der am leichtesten verständliche Ursprung von Angst vor Sport ist das Mobbing. Kam es im Vorfeld zu Hänseleien und Beschimpfungen, ist es sehr verständlich, dass Angst vor dem Moment besteht, in dem dies wieder passiert.

Es kann aber auch vorkommen, dass ein Kind sich einfach nur unbehaglich fühlt, obwohl es nie zuvor ausgelacht wurde und nie unter Mobbing leiden musste. Das stetige Gefühl angestarrt zu werden, weil man etwas falsch macht oder ungeschickt in einer Bewegung ist, kann ebenfalls stark belasten.

Folgen davon sind, dass Kinder versuchen ihre Teilnahme im Sportunterricht zu mindern, oder ihn sogar ganz meiden. Hinzu kommt die Angst nicht verstanden zu werden.

Viele Kinder trauen sich nicht mit Eltern, Lehrern und Mitschülern über das Problem zu sprechen. Daraus resultieren schlechte Noten und teilweise auch Fehlstunden, welche die Versetzung gefährden können.

Was du in diesem Fall vermeiden und stattdessen TUN kannst:

Es ist sehr wichtig sich in einem solchen Fall an eine vertraute Person zu wenden, ob es ein Freund ist, oder ein Psychologe.

Angst vor Herzerkrankung und Schwächeanfall

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Die Angst vor Sport wegen dem Herz hängen meistens damit zusammen, dass Menschen sich vor Herzerkrankungen fürchten. Diese mentale Krankheit wird als Herzneurose oder Herzphobie bezeichnet.

Die Ironie hierbei: Sport soll genau helfen Ängste zu überwinden, indem die Bewegung den Kopf frei macht: Herzneurotiker fürchten sich allerdings vor genau dieser körperlichen Belastung.

Vermeidung von Anstrengung führt meist gerade zu einer Verstärkung der Symptome. Dadurch, dass sich Herzneurotiker so wenig wie möglich bewegen, verschlechtert sich ihre Ausdauer und sie verspüren schon bei kleinen, alltäglichen Belastungen, wie dem Treppensteigen, einen erhöhten Puls.

Dieses als beängstigend empfundene Gefühl erzeugt wiederum Angst und es entsteht ein Teufelskreis.

Wie entkommt man dem Teufelskreis?

Lass dich bei einem Kardiologen auf Krankheiten untersuchen: Erfrage deine Sporttauglichkeit.

Ist das Ergebnis positiv: Frage nach, ob der Arzt dir Ausdauersport (z. B. joggen) empfehlen kann.

Falls ja, verschriftliche diese Aussage: Sodass du immer wieder darauf zurückgreifen kannst.

Springe über deinen Schatten: Beginne mit der Bewegung. Zu Beginn wird es ungewohnt sein, eine Anstrengung in Form von erhöhtem Puls zu spüren. Allerdings weißt du, dass du deinem Körper vertrauen kannst. Bleibe immerzu positiv.

Empfohlen wird eine allmähliche Steigerung bei langsamem Tempo zu Beginn. Starte mit Walken, versuche dich dann an einem Wechsel zwischen Joggen und Walken. Schließlich kannst du langsam zu joggen beginnen.

Regelmäßigkeit ist das Wichtigste beim Training: Setze Termine fest, damit du und dein Körper sich an die Belastung gewöhnen können.

Angst vor Sportverletzungen- vor und nach dem Unfall

Verletzungen treten im Sport häufig auf, sowohl im Leistungssport, als auch im Freizeitsport. Das hängt aber nicht nur mit äußeren Faktoren zusammen, sondern auch mit der Psyche.

Nach dem Heilungsprozess einer Sportverletzung darf ein Sportler wieder vorsichtig mit dem Training beginnen. Häufig wird hierbei unterbewusst der verletzte Bereich geschont, was eine erhöhte Belastung der anderen Bereiche bedeutet und das Verletzungsrisiko somit erhöht.

Es kommt ebenfalls zu eingeschränktem Selbstvertrauen, was die Sicherheit und Stabilität in einem Zweikampf beeinträchtigt und den Sportler anfälliger für eine Verletzung macht.

Im Leistungssport kommen zu den durch die Verletzung verursachten Schmerzen auch noch existentielle Fragen. Ein Leistungssportler identifiziert sich über den Sport, welcher den Lebensmittelpunkt und oft auch eine finanzielle Absicherung über Sponsoren darstellt.

Plötzlich ohne den Sport leben zu müssen, wäre für viele Sportler unerträglich. Diese Gedanken schwirren nach einem Unfall im Kopf eines Leistungssportlers umher. Die Frage, ob der Erfolg und das Selbstvertrauen noch einmal den Weg zu dem Verletzten finden, liegt ganz bei ihm selber. So entwickelt sich eine Angst vor Sport.

Sportpsychologie

Die Sportpsychologie hilft Sportlern im sogenannten Fertigkeitstraining mit der Verletzungsprävention. In der Rehabilitation nach einer Verletzung wird sie laut einigen Forschern zu selten eingesetzt.

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Die meisten Sportler gesunden zwar physisch, haben aber große Probleme zu ihrer mentalen Stärke zurückzufinden, was ihnen die Zukunft im Sport verbaut. Sportpsychologie könnte die Genesung nach einer Verletzung stark optimieren.


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