Angst vor Menschen überwinden

Angst vor Menschen überwinden

Angst vor Menschen kann viele Gesichter haben, es mag sein, dass manche nicht vor Menschen reden können, ein anderer kann vielleicht nicht mal aus dem Haus gehen aus Angst Menschen zu begegnen.

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Was ist eigentlich was, und ist beides das Selbe? Es ist oftmals schwer zu unterscheiden, was natürliche Schüchternheit oder eine krankhafte Sozialphobie ist.

Angst vor fremden Menschen: Ursachen der Sozialphobie

Über die Ursachen lässt sich oftmals nur rätseln. Eine genetische Veranlagung konnte bisher nur vermutet, aber nicht zu 100 % nachgewiesen werden, aber auch nicht ausgeschlossen. Mehrere Faktoren kommen in der Regel bei der Entstehung dieser Angst zusammen.

  • Natürlich spielen äußere Umstände eine Rolle, also die Gesellschaft in der sich der Betroffene zum Beispiel bewegt.
  • Ebenfalls sind negative Erfahrungen mit Menschen oftmals mit daran beteiligt.
  • Ein wichtiger Teil kommt auch aus der Erziehung, wie das generelle Bild von Menschen ist, welches man anerzogen bekommen hat.
  • Auch peinliche Erlebnisse können eine Sozialphobie begünstigen.
  • Wie bei allen Ängsten kommen noch andere Faktoren hinzu, und die Sozialphobie kann auch durch eine andere Angst, die Angst vor Ablehnung entstehen.

Diese Ursachen zu finden ist Aufgabe für einen Profi und sollte stets in therapeutischem Rahmen stattfinden.

Angst vor Menschen zu sprechen: Redeangst

Redeangst, auch Logophobie genannt, unterscheidet sich von der Sozialphobie darin, dass sie sich nicht auf die Menschen bezieht, sondern darauf, dass der Betroffene als Redner im Mittelpunkt steht.

Das Zentrum aller Aufmerksamkeit ist. Logophobie gehört insgesamt zu den sozialen Ängsten, wobei die Herausforderung darin liegt, dass die Angst die ist sich zu blamieren, oder nicht mehr zu wissen, was man sagen soll usw. Also im Gegensatz zur Sozialphobie, die wirklich die Angst vorm Gegenüber ist, geht es bei der Logophobie um die Angst selbst schlecht vor anderen dar zu stehen.

Übung gegen Angst vor Menschen

Diese Angst ist durchaus auch durch Übung zu überwinden. Einige Übungen dazu sind zum Beispiel mit einigen Freunden gemeinsam. Jeder muss mal vorne stehen (sollten nicht mehr als 4 oder 5 Personen sein, am Anfang gerne auch weniger) und bekommt ein zufälliges und absurdes Thema (warum man zum Nähen mit der Nähmaschine einen Luftballon benötigt oder ähnlich „sinnvolle“ Themen).

Aber erst, wenn er vor geht. Das Ziel ist es, dann 2 Minuten frei zu reden ohne selbst auf die Uhr zu sehen. Je absurder die Themen bei den ersten Übungen sind, umso mehr Spaß machen sie und die Ängste geraten durch die positiven Gefühle und die Gruppendynamik in den Hintergrund. Wichtig ist, es darf niemals erzwungen sein und der Betroffene sollte die anderen darüber in Kenntnis setzen, dass es für ihn eine wichtige Übung und nicht nur ein Spiel ist.

Phobie

Phobien bezeichnen eine Form der Angststörung, bei der es um Ängste geht, die auf konkrete Orte, Objekte oder Situationen bezogen sind. Es gibt also bei Phobien immer einen konkreten Auslöser, anders als bei einer generalisierten Angststörung zum Beispiel.

Eine häufige Reaktion der Betroffenen auf eine Phobie ist die Vermeidung des Auslösers. Die Betroffenen wissen rational, dass die Phobie unbegründet ist, doch können an der Reaktion nichts ändern. Es gibt viele verschiedene Phobien, da sich die Ängste nahezu auf alles richten können was es gibt.

Phobien behandeln

Ein beliebter Weg, um Phobien zu behandeln sind Formen der Konfrontation nach ausreichender Vorbereitung. Zuerst in einem kontrollierten Rahmen, dann später auch offener. So kann zuerst das Selbstvertrauen der Leute in der Vorbereitung aufgebaut werden, parallel erhält der Betroffene Wissen über das Angstthema um rationalisieren zu können und erst wenn er soweit ist begegnet er in einem sehr kontrollierten Rahmen dem, wovor er sich fürchtet.

Der Therapeut begleitet ihn dabei. Nach einer Zeit kann er sich so seiner Angst länger stellen, bis er sie irgendwann soweit im Griff hat, dass sie seinen Alltag nicht mehr einschränkt.

Angst vor Kontakt

Diese Angst wird Kontaktangst genannt. Betroffene fürchten sich davor, auf Menschen zuzugehen und mit ihnen in Kontakt zu treten. Diese Angst ist eigentlich, wenn man sie genauer betrachtet, die Angst vor Ablehnung. Diese Angst liegt meistens in der Kindheit begründet und tritt besonders häufig bei Menschen aus, die als Kind häufig kritisiert wurden oder wenig Liebe bekommen haben.

Eine weitere häufige Ursache ist eine schwere seelische Verletzung oder wenn jemand massiv in seinem Stolz verletzt wurde (zum Beispiel durch häufige Zurückweisung in Beruf oder Privatleben und eine Verkettung negativer Ereignisse).

Betroffene mit dieser Angst fühlen sich oft nicht gut genug, als Versager und nutzlos. Solche Leute neigen in Beziehungen zu Eifersucht und Kontrollzwang, sind extrem anhänglich und bekommen schon Panik wenn der Partner nur mit jemand anderem redet oder telefoniert.

Angst vor Menschen überwinden und besiegen

Um eine solche Angst zu überwinden, müssen wir verstehen warum sie stark werden kann. Negative Gedanken lassen uns diese Angst fühlen. Wir können also, indem wir unsere Gedanken umlenken in positive Bahnen, den Grundstein dafür legen, diese Angst zu überwinden.

Wenn wir also negative Gedanken über uns selbst haben, müssen wir lernen sie bewusst zu unterbrechen und uns positive Gedanken zu holen. Eigenschaften, die wir an uns besonders mögen und schätzen.

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Wir konzentrieren uns bewusst auf diese Eigenschaften, lenken unsere Gedanken darauf und verhindern so die Abwärtsspirale aus schlechten Gedanken und den Gefühlen, die damit verbunden sind. So einfach es sich anhört, es ist harte Arbeit.

Soziale Phobie: Negative Gedanken ändern

Soziale Phobie: Negative Gedanken ändern

Zuerst müssen wir uns klar darüber werden, welche positiven Eigenschaften wir haben. Am besten schreiben wir uns nur die positiven Eigenschaften, das was wir an uns toll finden und mögen, auf. Wir beschäftigen uns also mit dem Gegenteil. Je nach Möglichkeit kann es auch helfen, diese Eigenschaften dadurch immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, dass man sie als kleine Klebezettel über all in der Wohnung verteilt, so dass man immer wieder welche findet wenn man was in der Wohnung tut oder unterwegs ist.

Diese stetige Erinnerung daran, was wir für gute Eigenschaften haben hilft Betroffenen, langsam Selbstwertgefühl aufzubauen und zu lernen an sich zu glauben.

  • Ein weiterer Schritt auf dem Weg dahin ist, das Bedürfnis, immer allen gefallen zu müssen zu überwinden.
  • Lernen auch mal „NEIN“ zu sagen zu anderen Leuten und auf sich selbst Acht zu geben.
  • Oftmals können Ängste auch durch Überforderung auftreten.
  • Jemand, der jedem alles recht machen will wird sehr schnell an seine Grenzen kommen und überfordert sein.

Zu entscheiden, ob man zu einem Zeitpunkt die Fähigkeit und Kapazität hat jemandem zu helfen oder einfach nicht und dann nein zu sagen nimmt sehr viel Angstpotential weg. Wenn es dem anderen nicht passt, ist es schlicht und ergreifend sein Problem. Aber jeder Mensch hat das Recht darauf, einfach nein zu sagen, wenn etwas ihm zu viel ist.

Ist eine solche Angst auf Situationen bezogen, so kann man diese mit Freunden und Vertrauenspersonen üben. Zum Beispiel Bewerbungsgespräche. Das gibt Sicherheit. Wichtig dabei ist natürlich, dass man sich stets vor Augen hält, dass es ein Leitfaden ist und in der Realität durchaus Abweichungen geben kann.

Dann wird man in der echten Situation auch in der Lage sein, trotzdem zu reagieren wenn man es vorher gut geübt hat und verschiedene Szenarien durchspielen konnte. Das gibt einem ein Gefühl der Sicherheit und der guten Vorbereitung.

Visualisierung

Ein weiteres Mittel ist die sogenannte Visualisierung. Dabei stellt man sich vor, wie das Ereignis erfolgreich verlaufen kann und was man dabei empfinden würde, wenn es so läuft.

Wenn man sich diese Gefühle aufschreibt und zum Beispiel immer laut vorliest, wenn man an die Situation denkt und sich rein versetzt, werden sie immer präsenter sein und in der Situation dann vordergründig. Selbst, wenn es dann zu einer Ablehnung kommen sollte, wird man ganz anders damit umgehen können und nicht so angeschlagen sein.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin zu realisieren, wenn wir versuchen die Quelle unserer Angst zu vermeiden aus Angst vor Ablehnung verpassen wir die Chance darauf, dass uns jemand annimmt. Diese Möglichkeit zur Selbsthilfe ist für Leute mit etwas mehr Erfahrung in der Arbeit mit sich selbst sehr gut geeignet.

Angst vor Menschen: Therapie der sozialen Phobie

Insbesondere bei sozialen Ängsten hat sich die kognitive Verhaltenstherapie als sehr erfolgreich bewiesen. Dabei analysiert der Therapeut die Angst, ihre Stärke, ihren Ursprung und erarbeitet mit dem Betroffenen gemeinsam eine Strategie um die Angst langsam abzubauen.

Diese Methode wird mit Entspannungstechniken kombiniert, wie zum Beispiel progressiver Muskelentspannung, autogenem Training oder anderen Verfahren. Das ermöglicht dem Betroffenen, in Stresssituationen schnell wieder aus einem angespannten Zustand zu kommen und so die Situation insgesamt zu entspannen.

Weitere Möglichkeiten sind unter anderem auch die Hypnosetherapie, die bei sozialen Ängsten gerne eingesetzt wird. Dieses Verfahren arbeitet mit Suggestionen und Trancezuständen, ist aber nicht für jeden geeignet.

Die dynamische Psychotherapie, die hier auch Anwendung finden kann, ist ein tiefenpsychologisch fundiertes Verfahren. Diese Therapieform geht auf das Alltagserleben des Betroffenen ein und arbeitet damit, das Selbstvertrauen der Person zu stärken und dadurch den Alltag zu entlasten.

Selbsthilfegruppen

Zuletzt kommen noch Selbsthilfegruppen, die gerade in dem Bereich sehr wichtig sind, da im Rahmen ihrer Arbeit bereits Grundsteine gelegt werden, soziale Ängste abzubauen. Der Austausch mit Gleichgesinnten, die die eigenen Ängste und Bedürfnisse verstehen, kann Betroffenen sehr viel geben.

Dabei ist darauf zu achten, dass die Selbsthilfegruppen kein Kaffeeklatsch von Betroffenen sind, sondern man sich gezielt an welche wendet, die von einem Therapeuten betreut werden.

Nur in solch professionellen Gruppen wird es möglich sein, wirkliche Fortschritte zu erzielen. Die anderen sind als Freizeitvergnügen nett, aber auf Dauer nicht förderlich da sie meistens nur aufs Jammern spezialisiert sind.


Autoren
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