Ablenkung bei Angst: Sinnvoll oder nicht?

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Wer kennt es nicht – man liegt Nachts mit offenen Augen im dunklen Zimmer, die Hände schwitzen, Schweiß läuft einem kalt den Nacken herab, die Angst hat dich wieder. Egal ob reguläre Angstzustände oder Panik nach einem Horrorfilm, Angst ist etwas, dass es zu bewältigen gilt. Denn sonst geht gar nichts. Im folgenden Artikel wird erörtert, ob Ablenkung bei Angst sinnvoll ist.

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Ist Ablenkung bei Angst sinnvoll?

Angst ist ein Stresszustand des Körpers, der falsch verstanden wird. Kommen Angstzustände öfter vor und sind eher an existenzielle Fragen oder traumatische Erlebnisse gekoppelt, kann eine Verdrängung in noch schlimmeren Angstzuständen und vielleicht sogar einer Störung resultieren.

Denn konzentriert man sich stark auf etwas anderes, kann das Gehirn sich nicht weiter auf eine irrationale Vorstellung fokussieren und die Angst ist schnell vergessen. Ist die Gefahrensituation realistisch, sollte man sich möglichst nicht davon ablenken.

Resultiert die Angst aber zum Beispiel daraus, dass man sich fälschlicherweise um Mitternacht allein einen Horrorfilm angeschaut hat, so ist Ablenkung die wohl beste Strategie.

Entstehung von Angst und Panik

Angst und Panik entstehen in der Regel in klaren Gefahrensituationen. Dadurch bereitet sich der Körper auf eine Gegenreaktion zur Gefahrenquelle vor. Dies läuft in der Regel auf Flucht oder Gegenwehr hinaus.

Wenn diese Gefühlslage jedoch aus heiterem Himmel über einen hereinbricht, spricht man von einer Angststörung. Dies ist eine Form der mentalen Krankheit, welche die Lebensqualität eines Menschen maßgeblich einschränken kann.

Welche Möglichkeiten gibt es, um Angst die Stirn zu bieten?

Angst ist ein Mechanismus, der uns vor Gefahr warnen soll, doch das Gehirn kann nicht zwischen rationaler Gefahr und irrationaler Angst unterscheiden. Ist die Angst irrational, können verschiedene Techniken angewandt werden, um sich von der Angst abzulenken.

Richtige Ablenkung bei Angst

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Hierbei gibt es viele verschiedene Mittel und Wege. Ob man nun Spazieren geht, etwas joggt oder ein Bild malt, ist irrelevant. Solange es hilft, sollte man seinen Fokus darauf legen und das Ende der Angstattacke abwarten. Ablenkung bei Angst ist wichtig.

Musik als Ablenkung gegen Panikattacken

Es gibt zwei Arten von Musik die im Fall einer Panikattacke oder eines Angstzustandes helfen können. Entweder beruhigende, langsame Musik, die die Atmung verlangsamt oder schnelle positive Musik, die zum Mitsingen animiert und die Angst schnell verpuffen lässt.

Singen ist eine der besten Strategien, um Angst zu bewältigen, da beim Sinnen bestimmte Hormone freigegeben werden, die glücklich machen sollen. Gleichzeitig Angst haben und glücklich sein funktioniert nicht.

Konzentration

Angst ist oft irrational das wissen wir, doch meistens hilft Logik bei Panik nicht weiter. Entsteht Panik in einem belebten Umfeld, kann es hilfreich sein sich auf seine Umgebung zu konzentrieren.

Dazu ist kein spezielles Hilfsmittel nötig, obwohl das Lesen eines Buches oder einer Zeitschrift auch hilfreich sein kann. In belebter Umgebung kann Angst mit einem Fokus auf die Umwelt bewältigt werden.

Verfolgt man bis ins Detail, was eine andere Person macht, kann das schon einer Meditation gleich kommen und dementsprechend zu einer generellen Beruhigung führen.

Gespräch als Ablenkung bei Angst

Ist im Falle eines Angstzustandes eine weitere Person anwesend oder auch per Telefon erreichbar, kann dies zur Ablenkung genutzt werden. Ein Gespräch kann dabei helfen Angst zu bewältigen, da man sich nicht gleichzeitig auf etwas negatives konzentrieren kann und über etwas Positives reden kann. Dementsprechend ist es aber auch zu empfehlen ein positives Thema auszuwählen und nicht unbedingt den derzeit beliebtesten Horrorthriller.

Was kann ich sonst noch gegen die Angst tun?

Angst ist eine Stresssituation des Körpers. Wie auch in anderen Stresssituationen, wie zum Beispiel Nervosität vor einer Präsentation oder einem Vorstellungsgespräch gibt es bestimmte Atemtechniken, Körperhaltungen und sonstige Tricks, die dem Gehirn signalisieren, dass die Gefahr vorüber ist. Genau die gleichen Tricks gegen Nervosität können auch hier genutzt werden.

Atmung: Beim nächsten Panikanfall versuchen Sie tiefer einzuatmen und direkt wieder auszuatmen. Wichtig dabei; Nach dem Einatmen nicht den Atem anhalten, sondern nur nach dem Ausatmen.

Was du in diesem Fall vermeiden und stattdessen TUN kannst:

Danach 6 bis 10 Sekunden den Atem anhalten und wiederholen. Nach ca. 2 Minuten sollten eine deutliche Entspannung eintreten und ein Großteil der Angst verflogen sein.

Kauen: Kauen signalisiert dem Hirn nicht in einer konkreten Gefahrensituation zu sein. Angst lässt sich also entweder durch Kaugummi oder das Kauen von Nüssen und anderen knusprigen Dingen abbauen. Angstzustände auf einer Party lassen sich also leichter durch Snacks verarbeiten.

Muskel An- und Entspannung: Das An- und Entspannen der Muskulatur ermöglicht es dem Körper die Stresshormone schneller aufzubauen und sich dementsprechend schneller von der Angst zu befreien. Dies ist eine gute Form der Ablenkung bei Angst.

Dazu einfach einmal alle Muskeln für drei bis vier Sekunden anspannen und wieder locker lassen. Nach einer Minute sollte schon ein deutlicher Unterschied spürbar sein.

Apps zur Beruhigung

Wem die verschiedenen Kniffe nicht helfen, weil die Angst einen schon fast bewegungsunfähig gemacht hat, kann auch verschiedene Online Angebote zurückgreifen.

Es gibt verschiedene Online Angebote, die einfach auf das Smartphone geladen werden können und bei Panikattacken helfen. Ein Beispiel ist die keine Panik App, ausgestattet mit hilfreichen Audiodateien, Informationen zu Angst und Panik, geführte Meditation und Naturgeräuschen.

Oftmals ist Angst mit Scham verbunden und wir sind eher unwillig anderen Personen davon zu erzählen, aber gerade in Verbindung mit Panikattacken ist akute Hilfe nötig, die ohne das Wissen anderer durch eine solche App geleistet werden kann. Nichtsdestotrotz sollte die Ursache regelmäßiger Panikattacken beseitigt werden.

All diese Tricks helfen nur bedingt. Bei regelmäßigen Panikattacken oder Angstzuständen müssen vorbeugende Maßnahmen ins Auge gefasst werden, um eine höhere Lebensqualität zu ermöglichen.

Angst langfristig loswerden

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Angst ist ein Stresszustand, der durch verschiedene Stresshormone noch unterstützt wird. Dabei ist egal, ob der Stress durch die Arbeit oder im privaten ausgelöst wird. Sport egal in welcher Form hilft den Stress abzubauen und damit auch Angst vorzubeugen.

Das bedeutet nicht, dass man bei Angst einen Marathon laufen muss, sondern Angst und Stress werden durch regelmäßigen Sport vorgebeugt und man ist allgemein entspannter.

Bestimmte Tätigkeiten, die sich jeden Tag wiederholen, schaffen es einen zu beruhigen. Das kann eine Tasse Kaffee direkt nach dem Aufstehen mit der morgendlichen Zeitung sein, eine bestimmte Serie vor dem zu Bett gehen oder ein bestimmtes Lied zu einer bestimmten Uhrzeit am Tag sein.

Alltagsrituale geben uns Sicherheit, weil sie dem Tag Struktur geben und uns damit das Gefühl geben alles sei gut, warum dann auch Panik haben? Alltagsrituale lassen sich übrigens sehr gut mit regelmäßigem Sport verbinden.

Wer jeden Morgen oder Abend zu einer bestimmten Uhrzeit laufen geht, wird deutlich weniger Angstzustände durchleben.

Die oben beschrieben Strategien zur Angstbewältigung sind sinnvoll und können auch überwiegend helfen Angstzustände zu beseitigen oder vorzubeugen, liegt aber ein Trauma vor ist es nötig psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen, um das Problem endgültig zu beseitigen.

Liegt ein bestimmtes traumatisches Ereignis vor, dass regelmäßige Panikattacken auslöst, sollte ein Therapeut aufgesucht werden, der hilft die Angst zu bewältigen.

Positive Mantras

Angst ist die logische Reaktion auf eine Gefahr. Doch unser Körper kann nicht unterscheiden, ob diese Gefahr von uns erdacht oder real vor uns liegt. Unser Denken formt damit auch unsere Angst. Wer sich regelmäßig Sorgen macht und immer weiter in Angst hinein steigert, wird immer mehr Angstzustände erleiden.

Positive Mantras, die regelmäßig wiederholt werden, können helfen. Mantras wie „Ich bin sicher. Ich atme tief ein und aus und mit jedem Atemzug verlässt die Angst meinen Körper. Es gibt keinen Grund Angst zu empfinden.“

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Es gibt viele solcher Sprüche, die so konzipiert sind, dass die Angst in positive Energie umgewandelt wird. Wichtig ist dabei, dass man sich mental auf die Idee von Mantras einlässt. Ein Mantra wird nicht helfen die Angst zu bewältigen, wenn man nicht bereit ist daran zu glauben.


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